Das neue Buch des Schweizer Autors Christian Haller habe ich für meinen Oktober-Buchtipp ausgewählt - ein kurzer, dramatischer Augenblick verändert das Leben der drei Figuren für immer


Christian Haller, Im Park
Luchterhand Verlag
185 Seiten Fr. 31.90

Ein Mann betritt seine Wohnung, die er vor einigen Stunden in Eile verlassen hat. Seine Frau Lia, eine politisch engagierte Filmerin Ende dreissig hatte in der Nacht eine Hirnblutung und liegt nun im Koma im Universitätsspital. Emile Ryffel Paläontologe weiss, dass sein Leben nie mehr sein wird wie vor einigen Stunden. Er hat sich zudem vorher in die junge Klara verliebt, die vor hochfliegenden Träume sprüht und ihm ein Gefühl der Schwerelosigkeit gibt. Der Inhalt des Buches trägt viel Autobiographisches, lebt doch Christian Haller mit seiner invaliden Gefährtin und deren Schwester. Christian Haller weiss wovon er spricht.

Mich hat vor allem die Frage beschäftigt, wie ich mich in einer solchen Situation entscheiden und verhalten würde und wie Christian Haller die drei Figuren sehr menschlich gezeigt hat mit ihren Krisen, Zweifeln, aber auch mit ihrer grossen Würde. Das Ende lässt vieles offen - Emile erkennt, dass er Lia, die durch ihre Krankheit hilfsbedürftig wurde, aber auch eine Persönlichkeit geworden ist, auch braucht und so kehrt er nicht aus einem schlechten Gewissen zurück. Ein beeindruckendes Buch!


Christian Haller wurde 1943 in Brugg, Aargau, geboren und studierte Zoologie an der Universität Basel. Acht Jahre lang war er als Bereichsleiter der "Sozialen Studien" am Gottlieb-Duttweiler-Institut in Rüschlikon/Zürich tätig und vier Jahre als Dramaturg am Theater "Claque" in Baden. Von 1994 bis 2000 war er Mitglied der Theaterkommission der Stadt Zürich. Er ist Kolumnist der Aargauer Zeitung und lebt als Schriftsteller in Laufenburg. Christian Haller wurde u. a. mit dem Aargauer Literaturpreis 2006 und dem Schillerpreis 2007 ausgezeichnet.
Im Luchterhand Literaturverlag erschienen u. a. die Romane: "Strandgut" (1991), "Der Brief ans Meer" (1995). "Die besseren Zeiten" ist nach "Die verschluckte Musik" (2001) und "Das schwarze Eisen" (2004) der dritte, in sich abgeschlossene Roman von Christian Hallers "Trilogie des Erinnerns".

Weitere Bücher von Christian Haller mehr

Archiv: Mein Buchtipp
Januar 2007: Urs Faes, Liebesarchiv
Februar 2007:Lukas Hartmann, Die letzte Nacht der alten Zeit
März 2007: Mohsin Hamid, Der Fundamentalist, der keiner sein wollte
April 2007: Elke Heidenreich, Mit unseren Augen
Mai 2007: Banana Yoshimoto, Federkleid
Juni 2007: Rachel Seiffert, Danach
Juli 2007: Dorner, Die letzte Liebe des Monsieur Armand
August 2007: Peter Goldsworthy, Maestro
Oktober 2007: Zurhorst, Liebe Dich selbst und freue Dich auf die nächste Krise
November 2007: Ursula Markus/Paula Lanfranconi, Schöne Aussichten
Dezember 2007: André Gorz, Brief an D
Januar 2008: Kakar, die Frau, die Gandhi liebte
Februar 2008: Ein perfektes Wochenende in Zürich
März 2008: Good/ Hutzl-Ronge, Magische Schweiz - Wanderungen zu Orten der Kraft
April 2008: Angelika Waldis, Die geheimen Leben der Schneiderin
Mai 2008: Die Welt in atemberaubenden Bildern. Best of National Geographic
Juni 2008: Konstanze von Schulthess, Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg. Ein Portrait
Juli 2008: Paul Gayler, Fingerfood für Geniesser
August 2008: Francesc Miralles, Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen
September 2008: Brigitte Giraud, Die Liebe ist doch sehr überschätzt


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