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Otto
Brändli's Buchtipp
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Irène
Némirovsky, Suite française - deutsche Ausgabe
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Verlag 509 Seiten Fr. 40.10 |
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"Krieg und Frieden" - diesmal nicht von Tolstoi sondern
von einer im 2. Weltkrieg im Konzentrationslager umgekommenen Französin.
Das erst 50 Jahre später entdeckte Manuskript beschreibt
tagebuchartig die Flucht aus Paris in den Süden und die an-
schliessende Kollaboration mit der deutschen Besetzung unter
dem Vichy Regime.
Der vorübergehende Zusammenbruch des
französischen Lebensstils wird meisterhaft karikiert - Daumier
hätte seine Freude daran.
Otto
Brändli
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IRÈNE NÉMIROVSKY Die Jüdin Irène Némirovsky wird als Tochter eines reichen
russischen Bankiers 1903 in Kiew geboren. Esprit, Lebenslust und künstlerische
Ambitionen bestimmen frühzeitig ihr Leben. Vor der Oktoberrevolution flieht
die Familie nach Paris. Irène heiratet den weißrussischen Bankier Michel
Epstein, bekommt zwei Töchter und veröffentlicht ihren Roman „David Golder“,
der sie schlagartig berühmt und zum Star der Pariser Literaturszene macht.
Viele weitere Veröffentlichungen folgen. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht
und die Deutschen auf Paris marschieren, flieht sie mit ihrem Mann und
den Töchtern in die Provinz. Doch ihr unbekümmertes Sicherheitsgefühl
wird bald von der politischen Realität eingeholt. Am 13. Juli 1942 wird
sie verhaftet. Verzweifelte Rettungsversuche ihres Mannes sind vergebens.
Keine vier Wochen später stirbt sie in Auschwitz. Ihre Töchter Denise
und Elisabeth überleben, fliehen bis zur Befreiung von einem Versteck
ins andere. Immer das dicke Manuskript, an dem ihre Mutter fieberhaft
bis zur Verhaftung schrieb, im Koffer. Irènes ältere Tochter Elisabeth
Gilles arbeitet später als Übersetzerin und Verlegerin. 1992 verfasst
sie die fiktive Biographie ihrer Mutter „Erträumte Erinnerungen“. Ihre
Schwester Denise Epstein hat das Manuskript ihrer Mutter buchstäblich
durch ihr Leben getragen. Doch sie traute sich nicht, dieses letzte literarische
Vermächtnis zu lesen – die Erinnerung wäre zu schmerzhaft gewesen. Außerdem
ging sie davon aus, dass es nur Stichworte und vorläufige Skizzen enthalten
würde. Erst vor einigen Jahren begann Denise Epstein das Manuskript, das
ihre Mutter wegen Papier- und Tintenknappheit in winziger Schrift geschrieben
hatte, mit der Lupe zu entziffern und abzuschreiben – die „Suite française“
war wiederentdeckt.
Ein
weiteres Buch von Irène Némirovsky ist in diesem Herbst
erschienen::
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Irène
Némirovsky, der Ball
Zsolnay
2005
98 Seiten Fr. 23.70 |
| Eigentlich
galt die Ehe von Madame Kampf mit einem jüdischen Bankangestellten
in ihrer Familie als Mesalliance. Doch dann sind die Kampfs 1926 durch
eine Börsenspekulation zu Reichtum gekommen. Jetzt trägt Madame ein
schweres Brillantarmband, das sie nur noch zum Baden ablegt, und die
vierzehnjährige Tochter Antoinette wird von einer englischen Gouvernante
erzogen. Demnächst will das Ehepaar einen Ball geben, zu dem zweihundert
Gäste aus Adel und Geldadel geladen werden sollen, um den Aufstieg
der Kampfs in die feine Pariser Gesellschaft zu zelebrieren. Bei den
Vorbereitungen zu diesem Ball nimmt ein Eifersuchtsdrama zwischen
Mutter und Tochter seinen Anfang. |
OBEN
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