In den nächsten Wochen werden diese Bücher erscheinen - dies ist meine Auswahl

Margrit Stamm, Du musst nicht perfekt sein, Mama

folgt nach Erscheinen August 2020 Info/bestellen
Piper
288 Seiten Fr. 24.50

Gegen den Optimierungsdruck bei Müttern
Von der renommierten Erziehungswissenschaftlerin mit neuesten Forschungserkenntnissen
Für alle, die zwischen zu hohen Erwartungen und Selbstzweifeln aufgerieben werden

Mütter sind heutzutage enorm hohen Erwartungen ausgesetzt: Sie sollen eine tiefe Bindung zum Kind haben, trotz Berufstätigkeit viel Zeit in den Nachwuchs investieren und die eigenen Bedürfnisse hinten anstellen - nur dann gelten sie als gute Mutter. Dieses Idealbild führt dazu, dass viele Mütter unter Selbstvorwürfen, Selbstzweifeln und einem permanenten schlechten Gewissen leiden. Dabei muss man keine Supermama sein, um eine gute Bindung zum eigenen Kind zu haben. Im Gegenteil: Das Ideal der intensiven Mutterschaft schadet Frauen und Kindern. Margrit Stamm beschreibt auf der Grundlage eigener Studien, wie uns das Ideal der perfekten Mutter leitet und wie wir uns daraus befreien können.

Zora del Buono, Die Marschallin

folgt nach Erscheinen Juli 2020 Info/bestellen
Beck Verlag
384 Seiten Fr. 30.00

Zora del Buono hat von ihrer Großmutter nicht nur den Vornamen geerbt, sondern auch ein Familienverhängnis, denn die alte Zora war in einen Raubmord verwickelt. Diese Geschichte und ihre Folgen bis heute erzählt dieser große Familienroman.
Die Slowenin Zora lernt ihren späteren Ehemann, den Radiologieprofessor Pietro Del Buono, am Ende des Ersten Weltkriegs kennen. Sie folgt ihm nach Bari in Süditalien, wo sie, beide überzeugte Kommunisten, ein großbürgerliches und doch politisch engagiertes Leben im Widerstand gegen den Faschismus Mussolinis führen. Zora ist herrisch, eindrucksvoll, temperamentvoll und begabt, eine Bewunderin Josip Broz Titos, dem sie Waffen zu liefern versucht und dem ihr Mann das Leben rettet. Sie will mehr sein, als sie kann, und drückt doch allen in ihrer Umgebung ihren Stempel auf. Ihr Leben und das Leben ihrer Familie, ihrer Kinder und Enkelkinder, vollziehen sich in einer Zeit der Kriege und der Gewalt, erbitterter territorialer und ideologischer Kämpfe, die unsere Welt bis heute prägen. In einem grandiosen Schlussmonolog erzählt die alte Zora Del Buono ihre Geschichte zu Ende, eine Geschichte der Liebe, der Kämpfe, des Hasses und des Verrats. "Die Marschallin" ist ein farbiger, lebenspraller Roman über eine unvergessliche Frau und ein tragisches Familienschicksal.

Urs Faes, Untertags

folgt nach Erscheinen Oktober 2020 Info/bestellen
Suhrkamp Verlag
200 Seiten Fr. 28.90

Ein Mann und eine Frau lernen sich in den späten Jahren ihres Lebens kennen und erfahren noch einmal tiefe Zuwendung und Glück, im Alltag und auf Reisen in die Landschaft seiner Jugend - die Rocky Mountains in Wyoming. Doch neben die Freuden treten bald die Gebrechen des Alters, Jakov neigt zunehmend zu Zerstreutheit. Ein Name bleibt aus, ein Termin wird versäumt, ein Kehrichtsack landet im Teich des Nachbarn. Die ärztliche Untersuchung zeigt: Jakovs Gedächtnis ist nicht nur lückenhaft geworden. Seine Orientierung wird weiter schwinden, seine Sprache versiegen. Herta bemüht sich um Zuversicht, aber je mehr Jakov den Bezug zur Welt verliert und von der Vergangenheit eingeholt wird - einer frühen Liebe, dem Zerwürfnis mit dem Vater -, desto mehr braucht auch sie Unterstützung.

Mit großer Zartheit nähert sich Urs Faes einem Paar unter dem Eindruck der Krankheit. Er erzählt von innigen Momenten und wachsender Entfernung, von Fürsorge und Erschöpfung, von der Verunsicherung, wenn einer sich selbst abhandenkommt und lange Verdrängtes plötzlich wieder Gegenwart wird. Und von der Kraft der Einfühlung, einer Verständigung jenseits der Worte.

Zsuzsa Bank, Sterben im Sommer

folgt nach Erscheinen September 2020 Info/bestellen
S.Fischer Verlag
240 Seiten Fr. 27.50

Seinen letzten Sommer verbringt der Vater am Balaton, in Ungarn, der alten Heimat. Noch einmal sitzt er in seinem Paradiesgarten unter der Akazie, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den See. Aber die Rückreise erfolgt im Rettungshubschrauber und Krankenwagen, das Ziel eine Klinik in Frankfurt am Main, wo nichts mehr gegen den Krebs unternommen werden kann. Es sind die heißesten Tage des Sommers, und die Tochter setzt sich ans Krankenbett. Mit Dankbarkeit erinnert sie sich an die gemeinsamen Jahre, mit Verzweiflung denkt sie an das Kommende. Sie registriert, was verloren geht und was gerettet werden kann, was zu tun und was zu schaffen ist. Wie verändert sich jetzt das Gefüge der Familie, und wie verändert sie sich selbst? Was geschieht mit uns im Jahr des Abschieds und was im Jahr danach? In "Sterben im Sommer" erzählt Zsuzsa Bánk davon.

Petros Markaris, Zeiten der Heuchelei. Ein Fall für Kostas Charitos
folgt nach Erscheinen Ende Juli 2020 Info/bestellen
Diogenes Verlag
384 Seiten Fr. 32.00

Der Besitzer einer Hotelkette wird in einem Badeort in der Nähe von Athen tot aufgefunden. Ein Bekennerschreiben bezichtigt ihn der Heuchelei. Gezeichnet: "Das Heer der Nationalen Idioten". Es ist der erste Mord einer rätselhaften Serie. Die Anklage lautet immer gleich, die Opfer jedoch könnten unterschiedlicher nicht sein. Kostas Charitos - seit neuestem stolzer Großvater - ermittelt und versucht, den obskuren Fanatikern auf die Spur zu kommen.

Peter Stamm, Wenn es dunkel wird

folgt nach Erscheinen September 2020 Info/bestellen
S.Fischer Verlag
204 Seiten Fr. 26.30

Peter Stamm erzählt uns in seinen Geschichten davon, wie sich die Welt verwandelt, wenn es dunkel wird.
Georg geht bald in Rente. Im Büro wird er schon nicht mehr beachtet, zu Hause wartet kein Essen auf ihn. Er scheint sich langsam aufzulösen und ein namenloser Schrecken erfasst ihn.
Sabrina ist geschmeichelt, als ein Künstler sie anspricht. Aber als sie sich zum ersten Mal als Kunstwerk sieht, schaudert sie.
David möchte eine Bank überfallen. Eine Maske hat er schon dabei, eine Eichhörnchen-Maske. Er wird sie heute aber noch nicht benutzen. Er hat gehört, dass Bankräuber oft wochenlang alle Einzelheiten beobachten, bevor sie zuschlagen. Er beginnt zu lauern.
Wir haben uns an die Welt gewöhnt, und plötzlich wird sie uns unheimlich. Was, wenn unsere Phantasien realer werden als die Wirklichkeit? Peter Stamms Geschichten erzählen von der Brüchigkeit der Welt, von Schwindel und gespenstischer Liebe.

Adolf Muschg, Aberleben

folgt nach Erscheinen August 2020 Info/bestellen
C.H. Beck
400 Seiten Fr. 32.50

Man kann Adolf Muschgs neuen Roman als fortgesetzten Versuch des 65jährigen Schriftstellers Peter Albisser lesen, einem Ruf zu folgen. Er soll im Osten Deutschlands eine Weihnachtspredigt halten, und er zweifelt immer mehr, ob er dafür der richtige Mann ist - vielleicht war die Einladung ja an einen verschwundenen Doppelgänger gerichtet.
Glaube, Liebe, Hoffnung sind in A.s Leben von einer Krebsdiagnose verdunkelt. Er hat die Therapie abgesetzt und ist aus seiner Ehe in der Schweiz abgewandert, um in Berlin sein letztes Buch zu schreiben: zur Korrektur eines früheren, in dem er seinen eigenen Doppelgänger, den Gerichtsreporter Sutter, hat umkommen lassen. Nun aber benötigt er Sutters Leben für die Rettung des eigenen, und wer sich mit der Auferstehung von den Toten befasst, kommt an einer frohen Botschaft nicht vorbei. Was tun, wenn sie sich mit der Redlichkeit eines gewöhnlich Sterblichen nicht verträgt? "Worüber man nicht sprechen kann, davon muss man schweigen" - oder schreiben. Muschg führt seinen Doppelgänger über mehrere Stationen - Berlin, Aberleben, Essaouira - in jenen Grenzbereich, wo Leben und Fiktion ihre Plätze tauschen. Auf das, was wir für Wirklichkeit zu halten, uns verpflichtet haben, antwortet die Wahrheit der Erfindung - und beschert der Menschengestalt ihre Erlösung zur literarischen Figur. "Wo alles aufhört, beginnt das Spiel". Es endet überraschend - und in Heiterkeit.

Vivianne Berg. Das Hinterbliebene. Der Nachlass. Anregungen zur Triage
folgt nach Erscheinen August 2020 bitte mit Mail bestellen
Zocher & Peter
96 Seiten Fr. 28.00

Alles, was einen Menschen im Alltag begleitet hat, bleibt übrig, wenn sie oder er gestorben ist. Die Angehörigen stehen vor einem menschlichen und organisatorischen Desaster. Sie müssen nicht nur mit dem Verlust eines geliebten Menschen fertig werden, sondern auch festlegen, was mit den Dingen geschehen soll, damit die Wohnung oder das Haus für die nächsten bewohnbar wird.Kaum steht endgültig fest, dass nie wieder ein Gespräch mit der Verstorbenen möglich ist, muss der Text der Todesanzeige formuliert werden und es gilt, unzählige administrative Aufgaben, wie Versicherungskündigungen, zu erledigen.Oft muss unter Zeitdruck festgestellt werden, ob der geschichtsträchtige Fauteuil oder die Lieblingstasse des Verstorbenen behaltenswert ist. Denn der grösste Teil von Hinterbliebenem besteht aus abgenutzten Möbeln, getragenen Kleidern, gebrauchten Geräten und Kleinigkeiten. Doch was auf Anhieb wertlos erscheint, muss für die Räumenden keineswegs bedeutungslos sein. Im Gegenteil.«Das Hinterbliebene» soll auf die Räumungszeit vorbereiten und Interessierte auf dem Weg zur angemessenen Entscheidung unterstützen, wenn sie eines Tages rasch entscheiden müssen, welche Frotteetücher, Broschen oder Krawatten sie behalten, verschenken, verkaufen oder entsorgen wollen.

Bas Kast, Das Buch eines Sommers

folgt nach Erscheinen September 2020 Info/bestellen
Diogenes Verlag
208 Seiten Fr. 30.00

Im Sommer seines Lebens hat Nicolas einen Traum. Er will Schriftsteller werden wie sein Onkel. Dann kommt das Leben dazwischen und die Firma seines Vaters, Verantwortung, Termine und lauter Zwänge. Als sein Onkel stirbt, verliert Nicolas den einzigen Menschen, der an ihn geglaubt hat. Doch überraschend findet er am unwahrscheinlichsten Ort den Schlüssel, der ihm hilft, zu dem zu werden, der er wirklich ist.

Richard Ford, Irische Passagiere

folgt nach Erscheinen September 2020 Info/bestellen
Hanser Berlin
288 Seiten Fr. 27.50

In seinem Erzählungsband schreibt Richard Ford meisterhaft über die Unvollkommenheit des Menschen.

Die Menschen, von denen Ford in "Irische Passagiere" erzählt, haben oft haarscharf die falsche Abzweigung im Leben genommen oder einfach Pech. Es geht so schnell - ein dummer Seitensprung, eine verpasste Chance, plötzliche Krankheit, ein Wirbelsturm, und schon ist man unterwegs zur eigenen Scheidung, muss sich ganz neu orientieren, ist plötzlich der Junge, der seinen Vater verloren hat und zum Außenseiter wird. Aber so klar Ford seine Figuren in ihren Schwächen zeigt, so beiläufig lässt er sie in Würde durch ihre Anfechtungen und Prüfungen gehen. Richard Ford begegnet dem menschlichen Makel in diesem Band mit einer Zärtlichkeit, die zutiefst berührt.

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