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Die
Journalistin Elisabeth Bardill-Meyer aus Tenna im Safiental hat mir die
Erlaubnis gegeben, ihre Buchbesprechungen hier abzudrucken. Ganz herzlichen
Dank!
Hier
finden Sie ein Interview mit Elisabeth Bardill
Elisabeth Bardill
Besprechung für den März Newsletter
Michael Lütscher, Hardy Hepp. Mein Leben als Musiker und
Maler
Ingrid Noll, Nachteule

Michael Lütscher, Hardy Hepp. Mein Leben als Musiker und
Maler
Zytglogge Verlag Fr. 46.00
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Hardy Hepp, «Mein Leben als Musiker und Maler»
«Für mich lässt sich die Sprache
nicht vom Bild, das Bild nicht von der Musik trennen. Ich habe immer versucht,
dies alles zu verbinden, wenn sich das auch in sogenannt verschiedenen
Tätigkeitsbereichen ausdrückte.»
Hardy
Hepp ist unlängst, am 26. Januar 2026, verstorben. Die Herausgabe
des Buches, das über ihn und mit ihm geschrieben und gestaltet wurde,
konnte er im vergangenen Jahr noch an einer Vernissage miterleben. Die
Aufzeichnungen von Michael Lütscher, Journalist, Sachbuchautor und
einfühlsamer Porträtist, sind unverfälscht und glaubwürdig.
Hardy spricht selber zur Leserschaft über seine abenteuerliche Jugendzeit,
als der kulturelle Aufbruch in der Schweiz begann. Gesellschaftliche Regeln
wurden mit Heftigkeit in Frage gestellt. Hardy Hepp war beim Ausprobieren
neuer Lebens- und musikalischer Ausdruckformen an vorderster Front mit
dabei. Er suchte und fand stets Gemeinschaft mit Musikern und andern Kunstschaffenden.
Mit Klavier, Gesang und hinreissender Energie war er auf unzähligen
kleinen wie auch auf ganz grossen Bühnen im Element des kreativen
Augenblicks. Im Vordergrund des Buchs steht sein künstlerisches Schaffen,
das untrennbar mit persönlicher Lebensgeschichte verflochten ist.
Er war ein Pionier der Rock- und Popmusik. Unter anderem komponierte er
auch Film- und Theatermusik. Seine Vielseitigkeit ist im Buch wahrnehmbar.
– Mit seine Frau Hanna und den drei Kindern war das ehemalige Schulhaus
Buchen im Prättigau das Zuhause der Familie. Das Schulzimmer war
sein Atelier, Übungs- wie Kurslokal und Studierzimmer. Der offene
Flügel, wo jederzeit Emotionen, Fantasien und Erinnerungen musikalisch
ausgelebt wurden, war das eine, das andere waren die Bilder, vorwiegend
in Farbstifttechnik, die nachhaltig faszinieren. Er war der absolute Meister
beim Buntstiftmalen, wo leuchtende wie zarte Farben durch Schichtung erzeugt
werden. Oft musste er aus Geldnot Bilder, die ihm viel bedeuteten veräussern.
Hardy war leidenschaftlicher Gärtner. Er glaubte ans Spiel, denn
spielen zu können sei ein Gewinn. Eine sichere Heimat im Erdenreich
fand er später mit seiner geliebten Frau in einem alten Industriegebäude
in Wallenwil TG. Auf 50 Jahre Künstlertum ohne grosses Einkommen
konnte er bis zu seinem Tod zurückschauen.
Empfohlen von Elisabeth Bardill
Tenna, den 1. Februar 2026

Ingrid Noll, Nachteule
Diogenes Verlag Fr. 35.00
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Als
Vierjährige erfuhr sie, dass sie adoptiert wurde
Verschweigen wäre sinnlos gewesen. «Bei mir sieht man sofort,
dass ich von einem indigenen Volk aus einem anderen Erdteil abstamme.
Die ewige Frage nach meinem Integrationshintergrund ist durch mein Aussehen
zwar nachvollziehbar, aber sie zeigt mir auch, dass man mich doch ausgrenzt
und manchmal wie ein Kleinkind anspricht.» Luisa wurde zur wohlbehüteten
Tochter aus gutem Haus. Wie eine Eule konnte sie im Dunkeln mehr sehen
als andere. Eines Abends entdeckte sie aus dem warmen Wohnzimmer heraus
einen dunkelgekleideten Mann, der unter dem Kirschbaum stand.
Hier
beginnt die fantastisch, doch beängstigende Geschichte über
einen Mann, der sich vor der Welt verstecken muss und einem jungen, einsamen
fünfzehnjährigen Mädchen. Luisa verschafft diesem Mann
namens Tim, hinter dem Rücken ihrer Eltern, Zugang ins Kellergeschoss
des Hauses. Sie gerät in ein verwirrendes Lügennetzt hinein.
Sie gerät in der Familiengemeinschaft und in der Schule in Schwierigkeiten
durch die zunehmende Abhängigkeit von Tim, dem Undurchschaubaren.
«Bevor ich losfuhr, schaute ich vorsichtshalber in die Mülltonne,
in der ich eine Menge Nussschalen entdeckte, die nicht aus unserem Haushalt
stammten. Ich wollte die Schalen mit einer Schachtel überdecken,
aber zu meinem Schrecken lag ein blutverkrusteter Verband darunter. Eine
solche DNA-Spur wäre ein gefundenes Fressen für die Kripo!»
Die Autorin Ingrid Noll schreibt Kriminalgeschichte, die dem wahren Leben
entspricht. Sie leuchtet mit besonderen Scheinwerfern, hier mit dem Nachteulenblick
von Luisa, nicht nur ins Gebüsch im Garten sondern auch in die Abgründe
des menschlichen Seins. Sie verknüpft Liebe und Verbrechen, Glück
und Angst in unnachahmlicher Weise miteinander.
Empfohlen von Elisabeth Bardill
Tenna, den
19. Februar 2026
Elisabeth Bardill
Elisabeth Bardill-Meyer kam 1941 im aargauischen Auenstein zur
Welt und wuchs danach in Küsnacht am Zürichsee auf. Nach der
Ausbildung zur Kindergärtnerin an der Neuen Mädchenschule Bern
war sie in Bubendorf BL tätig. Nach der Heirat mit einem Bündner
Lehrer zog sie nach Tenna ins Safiental und später nach Schiers.
Sie hat vier Söhne und fünfzehn Enkel. Während vieler Jahre
unterrichtete sie im Bildungszentrum Palottis Schiers in den Fächern
Erziehungslehre, Werken und Gestalten. Seit 2004 lebt Elisabeth Bardill
mit ihrem Mann wieder in Tenna. Sie arbeitet freischaffend journalistisch
für Zeitschriften, Zeitungen wie auch regelmässig für die
„Terra Grischuna“, schreibt Bücher und gibt diese selber
unter „edition bardill“ heraus. Es handelt sich stets um Porträts
von Menschen in Graubünden.

Elisabeth Bardill, Männer und Frauen verwurzelt
in Graubünden
Edition Bardill
Fr. 30.00
bitte
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Elisabeth Bardill, Bauernstolz und Bauerntum
Edition Bardill, 2008 Fr. 35.00 bitte mit Mail bestellen
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