Die Journalistin Elisabeth Bardill-Meyer aus Tenna im Safiental hat mir die Erlaubnis gegeben, ihre Buchbesprechungen hier abzudrucken. Ganz herzlichen Dank! Hier finden Sie ein Interview mit Elisabeth Bardill
Hardy
Hepp ist unlängst, am 26. Januar 2026, verstorben. Die Herausgabe
des Buches, das über ihn und mit ihm geschrieben und gestaltet wurde,
konnte er im vergangenen Jahr noch an einer Vernissage miterleben. Die
Aufzeichnungen von Michael Lütscher, Journalist, Sachbuchautor und
einfühlsamer Porträtist, sind unverfälscht und glaubwürdig.
Hardy spricht selber zur Leserschaft über seine abenteuerliche Jugendzeit,
als der kulturelle Aufbruch in der Schweiz begann. Gesellschaftliche Regeln
wurden mit Heftigkeit in Frage gestellt. Hardy Hepp war beim Ausprobieren
neuer Lebens- und musikalischer Ausdruckformen an vorderster Front mit
dabei. Er suchte und fand stets Gemeinschaft mit Musikern und andern Kunstschaffenden.
Mit Klavier, Gesang und hinreissender Energie war er auf unzähligen
kleinen wie auch auf ganz grossen Bühnen im Element des kreativen
Augenblicks. Im Vordergrund des Buchs steht sein künstlerisches Schaffen,
das untrennbar mit persönlicher Lebensgeschichte verflochten ist.
Er war ein Pionier der Rock- und Popmusik. Unter anderem komponierte er
auch Film- und Theatermusik. Seine Vielseitigkeit ist im Buch wahrnehmbar.
– Mit seine Frau Hanna und den drei Kindern war das ehemalige Schulhaus
Buchen im Prättigau das Zuhause der Familie. Das Schulzimmer war
sein Atelier, Übungs- wie Kurslokal und Studierzimmer. Der offene
Flügel, wo jederzeit Emotionen, Fantasien und Erinnerungen musikalisch
ausgelebt wurden, war das eine, das andere waren die Bilder, vorwiegend
in Farbstifttechnik, die nachhaltig faszinieren. Er war der absolute Meister
beim Buntstiftmalen, wo leuchtende wie zarte Farben durch Schichtung erzeugt
werden. Oft musste er aus Geldnot Bilder, die ihm viel bedeuteten veräussern.
Hardy war leidenschaftlicher Gärtner. Er glaubte ans Spiel, denn
spielen zu können sei ein Gewinn. Eine sichere Heimat im Erdenreich
fand er später mit seiner geliebten Frau in einem alten Industriegebäude
in Wallenwil TG. Auf 50 Jahre Künstlertum ohne grosses Einkommen
konnte er bis zu seinem Tod zurückschauen.
|